Miteinander, nicht übereinander Reden –      trotz Corona

Liebe Leserinnen und Leser, 

liebe Freunde der Körber-Stiftung, 

 

unsere Arbeit lebt von der Begegnung mit Menschen – im Umfeld unserer Programme und Projekte, in unseren Netzwerken, an unseren drei Standorten in der HafenCity in Hamburg, im Haus im Park in Bergedorf und im Hauptstadtbüro in Berlin. Auch das KörberForum, unser zentraler Treffpunkt in Hamburg, braucht den persönlichen Austausch zwischen unseren Gästen im Saal und auf dem Podium. 

 

Das persönliche Gespräch zwischen Menschen, dieses Fundament unserer operativen Arbeit, wurde im Jahr 2020 durch die Coronapandemie in seinen Grundfesten erschüttert. Nachdem wir im Februar noch mit Hunderten von Lehrkräften den Digital Summit und mit Dutzenden von Musikexpertinnen und Musikexperten das Symposium »The Art of Music Education« begehen konnten, mussten wir unmittelbar im Anschluss Veranstaltungen wie das Körber History Forum, den Bergedorfer Gesprächskreis oder auch die Tage des Exils absagen. Unsere Orte der Begegnung waren schlagartig verwaist. 

 

Die gewohnte Kommunikation der Präsenzformate musste also digital neu gelernt werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechselten Mitte März 2020 fast vollständig ins Mobile Arbeiten und stellten sich dieser Aufgabe mit großer Motivation und viel kreativer Energie. Als Stiftung haben wir in dieser Zeit eine steile Lernkurve durchlaufen. Hintergrund- und Expertengespräche fanden ebenso im digitalen Raum statt wie Preisverleihungen oder Konferenzen, das KörberForum wandelte sich in eine Art Fernsehstudio, und unsere Publikationen wurden in interaktiven digitalen Panels präsentiert.

 

Ein kleines »Zwischenhoch« im Sommer erlaubte vereinzelte Veranstaltungen mit eingeschränkten Gästezahlen. So konnte etwa der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses verliehen werden. Im November 2020 kehrten wir dann gezwungenermaßen wieder in den reinen Digitalbetrieb zurück.

 

Das Digitale war in der Pandemie alternativlos – und es wird eine wichtige Erweiterung unseres klassischen Profils bleiben. Digitale Formate erlauben die Ansprache neuer Zielgruppen und ermöglichen eine räumlich weit ausgreifende Zusammenarbeit ohne physische Präsenz, ganz zu schweigen von der zeit-, kosten- und klimaeffizienten Einbindung unserer Gäste und der interessierten Öffentlichkeit. Dennoch braucht unsere Arbeit die reale Begegnung. Der persönliche Austausch wird daher auch in Zukunft den strategischen Kern unserer operativen Arbeit ausmachen. Er ist für uns weiterhin die Voraussetzung dafür, Kurt Körbers Motto mit Leben zu füllen: »Miteinander, nicht übereinander reden!«

Vorstand der Körber-Stiftung