Handlungsfeld

Lebendige Bürgergesellschaft

Unsere Gesellschaft steht vor der Herausforderung, die Demokratie zu stärken, für einen besseren sozialen Zusammenhalt zu sorgen und den demografischen Wandel zu gestalten. Als Körber-Stiftung setzen wir deshalb auf Dialog, Teilhabe und Engagement in einer lebendigen Bürgergesellschaft.  

 

Mit unseren Programmen, Netzwerken und Veranstaltungen unterstützen wir Menschen dabei, sich über die Zukunft des Zusammenlebens zu verständigen, die alternde Gesellschaft mitzugestalten und der Demokratie Impulse zu geben. Die kommunale Nachbarschaft ist für uns der zentrale Ort für die Teilhabe: Lokal können ein gutes Miteinander und ein generationenübergreifendes Zusammenleben gestaltet werden. Deshalb betreiben wir nicht nur in Hamburg-Bergedorf ein eigenes Stadtteil- und Begegnungszentrum, sondern initiieren auch in anderen Orten Netzwerke für Engagement.

 

Zu Themen wie Integration und Vielfalt, gutes Altern oder Stärkung der Demokratie bringen wir Entscheiderinnen und Entscheider, gesellschaftliche Vordenkerinnen und Vordenker und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen. Gleichzeitig führen wir zu den gesellschaftlichen Zukunftsthemen öffentliche Debatten, denn eine lebendige Bürgergesellschaft braucht die Beteiligung aller.

 

Das Handlungsfeld »Lebendige Bürgergesellschaft« wird organisatorisch gebildet aus unseren Bereichen »Alter und Demografie« und »Demokratie, Engagement, Zusammenhalt«.

Fokusthema

Neues Leben im Exil

Die dreiteilge Veranstaltungsreihe »In Deutschland im Exil« im Hamburger KörberForum (Foto: Claudia Höhne)
Die dreiteilge Veranstaltungsreihe »In Deutschland im Exil« im Hamburger KörberForum (Foto: Claudia Höhne)

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagierten wir uns auch 2020 für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen mit Krieg und Flucht, mit dem Verlust der Heimat und dem Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Wir möchten die journalistischen, künstlerischen, politischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Exilierten sichtbar machen, ihnen eine Stimme geben und den gesellschaftlichen Dialog ermöglichen. Dabei wird auch die Brücke zum Exil in der Vergangenheit geschlagen, um die historische Verantwortung Deutschlands bewusst zu machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. 

 

Aufgrund der Coronapandemie mussten zahlreiche geplante Projekte und Veranstaltungen abgesagt, kurzfristig auf digitale Formate umgestellt oder auch ganz neu gedacht werden. Gänzlich entfallen mussten leider die »Tage des Exils« – unser jährliches, dezentrales und von vielen Partnerorganisationen getragenes Veranstaltungsprogramm. Geplant waren rund 60 Veranstaltungen von Mitte April bis Mitte Mai.  

 

Ab September 2020 konnten wir wieder verstärkt Aufmerksamkeit auf das Thema Exil lenken: In unserer Zitatkampagne traten Exilierte von heute mit ausgewählten historischen Zitaten auf und stellten einen Bezug zu ihrer eigenen Geschichte her. Zu sehen waren die Plakate etwa an Bahnhöfen in Hamburg, dazugehörige Videos wurden über die sozialen Netzwerke geteilt. Als Ergänzung zu den Tagen des Exils startete ebenfalls im September die Interviewreihe »Zeit des Exils«, in der Kulturschaffende über ihre persönlichen Exilerfahrungen sprechen.  

Ebenfalls im September setzten wir die dreiteilige Veranstaltungsreihe »In Deutschland im Exil« in Kooperation mit NDR Info um, in der es um das Ankommen und die Integration von Exilanten sowie um das Miteinander in Deutschland ging. 

Mit der Serie »Stimmen des Exils« in Zusammenarbeit mit dem »Tagesspiegel« kamen zudem Journalistinnen und Journalisten im Exil zu Wort. An ausgewählten Gedenktagen wurden ihre Artikel im »Tagesspiegel« veröffentlicht, wie etwa zum Internationalen Tag der Demokratie. 

 

Während der Coronapandemie steigerte sich schließlich auch die Nachfrage nach den von der Körber-Stiftung unterstützten Persisch und Arabisch sprechenden Nachrichtenportalen »Amal, Hamburg!« und »Amal, Berlin!«. Die »Amal«-Redaktion versah unter anderem die Ansprache von Bundeskanzlerin Merkel zum Lockdown im März mit arabischen Untertiteln – innerhalb von drei Tagen hatte das Video mehr als 400.000 Views.